TGF Featured in NZZ am Sonntag’s – These ideas lead to the success of Switzerland

By January 7, 2015News

Charlotte Jacquemart 04.01.15

Bessere Entwicklungshilfe Unternehmertum fördern

DSC_0111Diese Idee kann die Welt bei uns und in ärmeren Ländern verändern und findet hoffentlich möglichst viele Nachahmer: Hiesige Management-Nachwuchstalente coachen Startup-Unternehmerinnen in Schwellen- und Entwicklungsländern. “Statt sich in einer Managementschule nur mit einem theoretischen Business-Case zu befassen, können wir eine echte Unternehmerin coachen,” sagt Kristina Danielson, eine der involvierten UBS-Managerinnen. Während sechs Monaten hat sie gemeinsam mit einem eigens dafür zusammengestellten UBS-Team die ägyptische Unternehmerin Vivian Labib Nouer gecoacht. Labib Nouer betreibt in Ägypten eine Firma, die hochwertige, von Hand angefertigte Kunstgegenstände verkauft. Doch die Krise im Lande setzt ihr zu. Die UBS-Nachwuchstalente konzentrieren sich in der auf Zeit angelegten Partnerschaft auf vier Bereiche: Organisationsstrukturen, finanzielle Stabilität, Marke und Marketingstrategie, Präsenz im Internet. Eine riesige Chance sei das für sie gewesen, sagt Labib Nouer: “Ich habe zwar Managementtheorien studiert. Aber erst diese Partnerschaft hat mir gezeigt, wie ich theoretische Konzepte umsetzen kann.” Neu setzt sie stärker auf den Vertriebskanal Internet, mehr Grosshandel und fokussiert auf weniger Produkte, um grössere Volumen zu erreichen.

Auch bei der UBS sind die involvierten Nachwuchskräfte begeistert. “Es ist für uns eine einzigartige Chance. Wir können innerhalb der Bank Kompetenzen in einem Team bündeln und massgeschneiderte Unterstützung anbieten, ” sagt eine junge UBS-Managerin. Damit erreichten sie nicht nur das bestmögliche Resultat für die Unternehmerin, sondern sammelten auch für sich selber viel wertvollere Erfahrungen, als es via gängige Mentorinnenprogramme möglich sei. “Es ist keine Laborsituation, sondern real life.”

Möglich macht die Partnerschaft zwischen der Nachwuchs-Pipeline von Grosskonzernen und Startup-Unternehmerinnen in ärmeren Ländern die Trestle Group Foundation mit Sitz in Zürich. Die Idee des Zusammenbringens von Nachwuchstalenten aus internationalen Konzernen und Unternehmerinnen in Afrika, Südamerika, Asien, dem Nahen Osten und Osteuropa sei 2007 entstanden, sagt Tom Wedgwood, Stiftungspräsident der Trestle Group Foundation. “Wir haben die Idee seither im kleinen Rahmen erprobt, und es hat bestens funktioniert. Frauen als Unternehmerinnen zu fördern, bringt die Wirtschaft ärmerer Länder viel stärker vorwärts als die klassische Entwicklungshilfe.” Die Frauen werden zudem zu wichtigen Vorbildern in ihren Ländern. Neu soll die Idee nun grossflächig angewendet werden: Im Dezember hat die Stiftung in London den offiziellen Startschuss zur 20:20-Initiative gegeben. Bis ins Jahr 2020 sollen 20 000 Startup-Unternehmerinnen in den genannten Weltregionen mit ihren Firmen erfolgreich unterwegs sein. Die Trestle Group Foundation spielt allerdings lediglich Vermittler zwischen Startup-Unternehmerinnen, Managementerfahrung und Kapitalgeber. Aber sie tut dies dank einem breiten Netzwerk sehr effizient.

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Anlässlich des Projekt-Startschusses in London war auch Susan Mashibes zugegen. Mashibes ist in Tansania mittlerweile eine Vorzeigeunternehmerin mit Ausstrahlung auf dem ganzen Kontinent. Die ausgebildete Flugmechanikerin und erste Linienpilotin des Landes hat ein Logistikunternehmen für Düsenjets aufgebaut. “Die Fliegerei ist wegen der schlechten Strasseninfrastruktur auf unserem Kontinent von entscheidender Bedeutung für die Wirtschaft.” Vor der Gründung von Via Aviation habe sie nie eine Führungsposition innegehabt, erzählt Mashibes. Wegen ihrer mangelnden Managementerfahrung hatte sie Mühe, Kapital für die Expansion ausserhalb Tansanias zu finden. “Um das zu erreichen, musste ich einen anständigen Geschäftsplan vorlegen. Meine Mentorinnen der Credit Suisse halfen mir dabei, überzeugende Präsentationen zu erstellen. Sie lehrten mich, wie man einen Unternehmenswert berechnet, wozu zum Beispiel eine gute Personalstruktur oder Mitarbeiterhandbücher dienen.”

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse arbeitet schon länger mit der Trestle Group Foundation zusammen und hat schon mehrere Unternehmerinnen in Tansania aufgebaut. Die involvierten CS-Managerinnen reden von der perfekten Kombination. “Wir erreichen mit dieser Initiative vieles gleichzeitig. Wir arbeiten mit Kollegen aus anderen Bankbereichen zusammen, können Wissen und Erfahrung einbringen und fordern uns selbst dabei heraus, weil wir mit Business-Situationen konfrontiert werden, die es bei uns nicht gibt,” sagt eine junge CS-Managerin.

Nebst den Schweizer Grossbanken, Gübelin und Swisscontact sind auch Weltkonzerne wie Pepsico, HP, Microsoft oder der indische IT-Riese HCL bereits im Trestle-Boot mit dabei. Bald sollen es noch viel mehr sein. (jac.)

To learn more about TGF’s 20:20 Initiative, Please visit: http://tgf2020.org/